Comboni Lainmissionare

Wir feiern unsere Talente und Erfahrungen als CLM (Teil 3)

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Statt des regelmäßigen Treffen der europäischen CLM in Polen, kamen wir zu einem digitalen Treffen zusammen. Der Titel “Wir feiern unsere Talente und Erfahrungen als CLM” sollte ein vielfältiges Programm und diverse Workshops ermöglichen. Sowohl Inhalte als auch Umsetzung der Workshops spiegelten die Vielfalt der CLM-Lebensweisen und Berufungen wider.

Der letzte Workshop am Tag der Talente und Erfahrungen der CLM wurde von den CLM aus Italien durchgeführt. Die italienischen CLM stellten eine Auswahl ihrer Projekte vor, die sie in verschiedenen Teilen des Landes entwickelt haben.

Die CLM-Gruppe in der Gemeinde La Zattera in Palermo bildet eine offene Wohngemeinschaft mit der Möglichkeit zur Aufnahme von Migranten. La Zattera ist ein Haus und Ort um gemeinsam Leben zu organisieren, sich auszuruhen und sich in die neue Gesellschaft zu integrieren.

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Die Projekte der CLM-Gruppen in Venegono die Projekte bieten Unterkünfte für verschiedene Flüchtlingsgruppen – von der Erstaufnahme bis zur letzten Anlaufstelle auf dem Weg in ein eigenständiges Leben in Europa.

Sie erläuterten  und betonten auch die Sensibilisierungsarbeit in den Schulen. Die Realität der Welt wird Kindern und Jugendlichen durch Bildungsaktionen nahegebracht, die an verschiedene Altersgruppen angepasst sind, manchmal mit dem Zeugnis von afrikanischen Migranten oder auch mit Besprechung eines Buches, das dazu beiträgt, die Realität einer sich wandelnden Gesellschaft und die Rolle jedes Einzelnen in dieser Gesellschaft, insbesondere der Jüngsten, besser zu verstehen und anzunehmen.

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Aus seiner besonderen Lebensform erzählt Simone von seinem Leben als CLM in einer Hausgemeinschaft der Comboni-Missionare in Castel Voturno. Das Zusammenleben mit den Ordensbrüdern hat sich nach seinem Auslandsaufenthalt mit der Zeit so ergeben und ermöglicht ihm Projekte der Comboni Familie zu begleiten. In seiner Arbeit im Projekt „Black and White“ geht es um Bildungs- und Freizeit-Angebote für Kinder von Migrant:innen, die obwohl sie in Italien geboren sind, nicht das Recht auf die italienische Staatsbürgerschaft haben, aber zugleich keinen Bezug mehr zur Heimat ihrer Eltern haben, weil sie selbst dort nie waren.

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Den Abschluss dieses intensiven Tages hatten einige spanische CLM vorbereitet. Ein einfaches Gebet in verschiedenen Sprachen, in dem wir dem Herrn alles, was wir geteilt haben, zu Füßen legen konnten sowie die Bedürfnisse all derer, denen wir dienen, und unsere Bereitschaft, den Weg unsere Berufung weiterzugehen. Mit dem Vaterunser in jeder unserer Sprachen schlossen wir diesen schönen Tag des Austauschs.

Unter die über dreißig zuhörenden CLM aus allen europäischen Provinzen, gesellten sich am Abend des Workshop-Tages auch einige CLM aus dem Globalen Süden. Einige andere konnten (u.a. wegen schlechter Internetverbindungen) nicht live teilnehmen, aber schlossen uns in ihr Gebet ein (wie sie in der gemeinsamen Whatsapp-Gruppe schrieben). Neue Ideen von anderen Initiativen haben uns gegenseitig ermutigt, weil wir an einer gemeinsamen Sache zusammen in der Bewegung der Comboni Laien Missionare verbunden und zusammen sind.

Wenn Sie auch von den Projekten der CLM aus Deutschland, Polen, Portugal und Spanien mehr wissen wollen, lesen Sie Teil 1 und 2 dieses Berichts.

Text: Alberto de la Portilla. Übertragung: Christoph Koch

Wir feiern unsere Talente und Erfahrungen als CLM (Teil 2)

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Statt des regelmäßigen Treffen der europäischen CLM in Polen, kamen wir zu einem digitalen Treffen zusammen. Der Titel “Wir feiern unsere Talente und Erfahrungen als CLM” sollte ein vielfältiges Programm und diverse Workshops ermöglichen. Sowohl Inhalte als auch Umsetzung der Workshops spiegelten die Vielfalt der CLM-Lebensweisen und Berufungen wider.

Der CLM-Workshop-Tag ging nach einer südeuropäisch langen, wohlverdienten Mittagspause am Nachmittag vielfältig weiter. Die portugiesischen CLM berichteten von einem Projekt in einer Gemeinde namens Fetais. Die CLM-Gruppe in Portugal beschloss im vergangenen Jahr eine Gemeinschaft in den Außenbezirken von Lissabon zu gründen. In einem Viertel mit großer Vielfalt, Migrant:innen aus den ehemaligen portugiesischen Kolonien in Afrika, aber auch Lateinamerikaner:innen und Menschen aus Asien leben sowie Sinti und Roma.

All diese große Vielfalt macht das Leben dort zu einer ganz besonderen Erfahrung. Zweifellos ein Schmelztiegel der Kulturen, der viel Reichtum mit sich bringt, aber manchmal auch viele Herausforderungen, die mit der Ausgrenzung zusammenhängen. Diese Erfahrung gab Anlass zu einer Debatte über die Rechte von Migrant:innen in der Europäischen Union, über die gemeinsame Politik, die die Einwanderung nicht erleichtert, und darüber, wie die ungleichen Anforderungen des einen oder anderen Landes dazu führen können, dass Menschen je nach der lokalen Gesetzgebung benachteiligt werden.

Im Workshop der spanischen CLM ging es um die Bedeutung der politischen Lobbyarbeit für unser missionarisches Handeln in Europa. In einer ausführlichen Präsentation wurden Zitate aus den päpstlichen Enzykliken und Konzepte der JPIC-Bewegung erläutert, die sich für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung einsetzt. Papst Franziskus ruft dazu auf, dass wir uns klar positionieren und ermutigt uns als Laien zu politischer Verantwortung: angefangen bei der Sensibilisierung der Menschen für Fragen der Gerechtigkeit, über Beispiele einer Gemeinwohl-Ökonomie bis hin zur politischen Einflussnahme auf Sorge um unseren Planeten und unsere Mitmenschen.

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Die Präsentation wurde von einem Beitrag von Schwester Benjamine begleitet und ergänzt. Sie sprach eindrücklich über die Arbeit von Talita Kum gegen Menschenhandel. Bruder Simone sprach über die Arbeit von VIVAT International und den Druck, den sie auf die UNO und Genf auszuüben versuchen, um die globale Politik zu ändern. Und Pater Lorenzo erzählte vom Kampf des Netzwerks Kirche und Bergbau gegen missbräuchliche Bergbauaktivitäten in Lateinamerika. Sie alle unterstrichen die Verantwortung und die Notwendigkeit der Arbeit in diesem Sektor, die wir in Europa haben.

Die beiden Workshops der CLM aus Portugal und Spanien betonten nochmals die politische Brisanz aber auch Aktualität der Themen Migration, Diversität, globale Ungerechtigkeit, Menschenrechte und Umweltschutz. Die „externen Beiträge“ verorteten die Themen die uns CLM beschäftigen nochmals in internationalen Netzwerken. Dadurch stärkte der gemeinsame Workshop-Tag Wissen aber auch Engagement für eine andere, bessere, friedlichere Welt. Wie vielfältig dies umgesetzt werden kann, zeigen die Beispiele der CLM-Gruppen in Italien, im Teil 3 dieses Berichts…

Text: Alberto de la Portilla. Übertragung: Christoph Koch

Wir feiern unsere Talente und Erfahrungen als CLM (Teil 1)

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Unter diesem weitschichtigen Titel veranstalteten die europäischen CLM am vergangenen Samstag einen gemeinsamen, vielfältigen Workshop-Tag mit diversen Einzelworkshops. Sowohl Inhalte als auch Umsetzung der Workshops spiegelten die Vielfalt der CLM-Lebensweisen und Berufungen wider.

Zunächst einmal möchten wir dem europäischen Komitee für die mehrmonatige Organisation dieses Treffens danken. Es war nicht einfach, aber am Ende hat es sehr gut funktioniert, und die Simultanübersetzungen haben es CLM aus verschiedenen Ländern ermöglicht, teilzunehmen und von allem, was ausgetauscht wurde, zu profitieren. In einem gemeinsamen Mural wurden die Aktivitäten und Diskussionsbeiträge des Tages online gesammelt.

Die Idee des Treffens war es, eine Vielfalt von Inhalten und Erfahrungen anzubieten, die den Interessen, Aktivitäten und Verpflichtungen sowie den Berufen und Berufungen entsprechen, die wir als CLM in Europa oder von Europa aus entwickeln.

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Das Treffen begann mit dem Beitrag der CLM aus Deutschland, die über ein mehrjähriges Projekt zum Thema Frieden berichteten. Es begannen mit der Unterstützung von Comboni-Projekten für die Entwicklung des Friedens im Sudan. Bei der Beschäftigung mit Projekt und Situation im Südsudan wurden die unterschiedlichen Perspektiven auf Frieden und Post-Konflikt-Situationen sichtbar. Gemeinsam hat die CLM-Gruppe verschiedene Konzepte zur Friedensbildung global und lokal recherchiert und daraus Plakate mit Anregungen zur Umsetzung einer friedlicheren Welt zusammengestellt. Derzeit werden diese übersetzt.

Im Anschluss daran ermutigten uns die CLM aus Polen, darüber nachzudenken, wie wir das Bewusstsein für unsere Arbeit schärfen und wie wir Mittel dafür aufbringen oder sammeln können. Sie betonten, wie wichtig es ist, Mitstreiter einzubeziehen und eine Verbindung herzustellen, die es uns ermöglicht, die Arbeit weiterzuverfolgen und zu unterstützen (z.B. über Freundesbriefe wie es die MaZler auch schon machen). Es wurden verschiedene Initiativen und Möglichkeiten vorgestellt. Anschließend wurden Initiativen aus anderen CLM Gruppen und Ländern vorgestellt, die bereits Früchte tragen.

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Im nächsten Workshop ging um Mission als Familie. Es war eine bereichernde Zeit, in der wir aus Erfahrung erzählten und reflektieren, was es bedeutet, als Familie in der Mission zu sein und wo das möglich ist (bzw. dass es auch Orte und Zeiten gibt, die sich für einen Einsatz als missionarische Familie weniger eignen).

Eine Herausforderung aber auch ein Missverständnis ist, scheinbar nicht alle Zeit allein für Missionsaktivitäten zu haben. Allerdings zeigen die Erfahrung der CLM, dass es bei Mission um ein Lebenszeugnis im Alltag geht und damit eben auch in einer zeitlich begrenzten Wirklichkeit – aber dafür von Familie-zu-Familie manchmal leichter verständlich. Auch für Kinder und Jugendliche ist ein CLM-Einsatz eine Bereicherung.

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Die Familiensituation verdeutlicht unsere Rollen als Laien und Christen.

Schon dieser Vormittag war sehr intensiv und der Austausch über unser unterschiedlichen Erfahrungen als CLM-Gruppen aber auch die diversen Talente als Comboni Laien Missionare eine Bereicherung.

Wie es am Nachmittag weiter ging, lesen Sie in Teil 2 …

Text: Alberto de la Portilla. Übertragung: Christoph Koch  

Osterbotschaft des Generalrats MCCJ: „Der Auferstandene, der uns nicht allein lässt“

Pascua
Pascua

„Für Millionen von Menschen ist dieses Osterfest geprägt von Leiden, Krieg, Flucht, Hunger, Tod und Zerstörung. Von menschlicher Sicht aus betrachtet, erzeugt dieses Szenario in uns ein Gefühl der Angst und des Verlustes: das Gefühl, in eine Sackgasse geraten zu sein. Für uns Missionsjünger hingegen ist dies nicht die Zeit zu klagen, sondern mit gläubigem Blick dem Auferstandenen zu begegnen, der uns nicht allein lässt.“ (Generalrat)

Osterbotschaft

„Dann sah ich einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr. Da hörte ich eine laute Stimme vom Thron her rufen: Seht, die Wohnung Gottes unter den Menschen! Er wird in ihrer Mitte wohnen und sie werden sein Volk sein; und er, Gott, wird bei ihnen sein. Er wird alle Tränen von ihren Augen abwischen: Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal. Denn was früher war, ist vergangen“.
(Offb 21:1-4)

Liebe Mitbrüder,
Mit großer Freude teilen wir mit Euch die Frohbotschaft, dass der neue Himmel und die neue Erde schon unter uns sind: Er ist auferstanden! “Das ist die Wohnung Gottes unter den Menschen“. Halleluja!

Passionszeit

Von Auferstehung, neuem Himmel und neuer Erde in Zeiten von Pandemien und Krieg im Ostern zu sprechen, scheint ein Widerspruch zu sein. Anstatt Zeichen des Lebens sehen wir Zerstörung und Tod, denn Kriege und Krankheiten sind Zeichen des Leidens und des Todes Jesu, die im Leben seines Volkes fortdauern. Für Millionen von Menschen ist dieses Osterfest geprägt von Leiden, Krieg, Flucht, Hunger, Tod und Zerstörung. Von menschlicher Sicht aus betrachtet, erzeugt dieses Szenario in uns ein Gefühl der Angst und des Verlustes: das Gefühl, in eine Sackgasse geraten zu sein. Für uns Missionsjünger hingegen ist dies nicht die Zeit zu klagen, sondern mit gläubigem Blick dem Auferstandenen zu begegnen, der uns nicht allein lässt: “Er wird in ihrer Mitte wohnen und sie werden sein Volk sein; und er, Gott, wird bei ihnen sein. Er wird alle Tränen von ihren Augen abwischen”. Der Auferstandene ist der Gekreuzigte. An seinem verherrlichten Körper sind die unauslöschlichen Wunden erkennbar, die zu Hoffnungsschimmern geworden sind. Papst Franziskus sagt: “… Gleichgültigkeit, Egoismus, Spaltung und Vergessen sind wahrlich nicht die Worte, die wir in dieser Zeit hören wollen. Wir wollen sie aus allen Zeiten verbannen! Sie scheinen besonders dann die Oberhand zu bekommen, wenn Angst und Tod in uns dominieren, d.h. wenn wir den Herrn in unseren Herzen und in unserem Leben nicht siegen lassen. Er, der den Tod bereits besiegt und uns den Weg zum ewigen Heil eröffnet hat, vertreibe die Schatten unserer armen Menschheit und führe uns hin zu dem herrlichen Tag, der keinen Abend kennt“. (Osterbotschaft Urbi et Orbi – 12. April 2020).

Eine Zeit zum Zuhören und Urteilen

Das Licht der Osterkerze, das unsere Kerzen entzündet, ist das Licht des Auferstandenen, das unser Tun und Handeln, die Frucht unseres Zuhörens, erhellt. Wir vernehmen die Schreie von Millionen von Menschen, die in ständiger Todesgefahr leben; von Mitbrüdern, die mit uns in der Mission zusammenarbeiten; das Wort und die Stimme des Heiligen Geistes, der uns in Austausch und Gebet die Zeichen der Zeit zu erkennen hilft, die uns als Gesellschaft, als Institut und als Kirche begleiten. In vertraulicher Einheit mit dem Auferstandenen werden wir missionarische Jünger, die berufen sind, die Freude des Evangeliums in der Welt von heute zu leben. Wir sind eine Mission. Durch unser Zeugnis und unseren Dienst verkünden wir den neuen Himmel und die neue Erde, denn “der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr…  Denn was früher war, ist vergangen“. Die Stimme der Hoffnung erklingt: Christus ist erstanden! Es ist der Sieg der Liebe über die Macht des Bösen, der das Leiden und den Tod nicht “umgeht”, sondern direkt angeht und dem Abgrund einen Mittelweg eröffnet, der Böses in Gutes verwandelt: das ausschließliche Zeichen der Macht Gottes.

Zeit zum Feiern

“… Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal“. Die Gewissheit, dass der Auferstandene unter uns lebt, erfüllt uns mit Freude und bekräftigt unsere Berufung, am Reich Gottes mitzubauen, das für alle Leben in Fülle bedeutet, besonders für die Ärmsten und Verlassensten. Das ist Grund zum Feiern: Die kleinen und großen Siege, die täglich in unseren Missions- und Pfarrgemeinden durch Zeichen von Solidarität, Teilen, Versöhnung, Geschwisterlichkeit, Gerechtigkeit und Frieden errungen werden; den Sieg der zärtlichen Liebe über den Tod durch den Schutzengeldienst am Nachbarn, inmitten von Kriegen, Auseinandersetzungen, Pandemien, Gewalttaten usw. In diesem österlichen Kontext feiern wir das 19. Generalkapitel als einen österlichen Kairos, als einen Kairos des Geistes: “Er, der auf dem Thron saß, sprach: „Seht, ich mache alles neu'”. (Offb 21,5).

Allen wünschen wir frohe und gesegnete Ostern!
Der Generalrat
Rom, 17. April 2022

Wirtschaft – Land der Mission (Konferenz)

Albanese

Am 20. Jahrestag des Terroranschlags auf die Zwillingstürme in New York spricht der Comboni-Missionar und Journalist P. Giulio Albanese MCCJ zu dem Thema der zivilen Wirtschaft in dem Webinar “Wirtschaft, Land der Mission”, das vom Leitungsteam der Europäischen Comboni-Laienmissionare organisiert wurde. P. Albanese geht den Mechanismen des “Schattenbankensystems” nach, die zu den Hauptverantwortlichen für die zunehmend unüberwindliche Kluft zwischen dem Norden und dem Süden der Welt gehören, und die durch die Covid-19-Pandemie noch verschärft wurde.

Wir entschuldigen uns für die technischen Probleme, die bei einer Live-Übertragung in mehrere Länder und unterschiedlichen Internetverbindungsgeschwindigkeiten aufgetreten sind.