Sich auf die Mission besinnen und davon erzählen

P.-Mariano-Tibaldo Oft habe ich mich gefragt – schreibt P. Mariano Tibaldo (im Bild) –, in wieweit die Missionserfahrung mein Verhalten zu den anderen und zu den Dingen dieser Welt, sowie meine Beziehung zu Gott und zu meinem eigenen Missionsberuf geprägt haben mag. Mit anderen Worten, was hat bis heute mein Leben geformt; wie haben mich Begegnungen mit Menschen anderer Kulturen und verschiedener Sensibilität verändert; wie hat mich das Gemeinschaftsleben mit Mitbrüdern, die von positiven aber auch schwierigen Erfahrungen gezeichnet sind, mitgestaltet; wie haben bedeutungsvolle aber auch dramatische Situationen meine missionarische Sensibilität geschärft.

Mein Missionsleben ‘erzählen’ heißt nicht nur, missionarische Fakten und Probleme wiedergeben (und schon gar nicht ‘missionarische Sichtweisen’ auftischen, die vielleicht den Verstand interessieren, aber nicht das Herz). Die Mission erzählen heißt, die grundlegenden Elemente ‚in Erinnerung rufen’, die das Leben geprägt haben (im weitesten Sinn des Wortes, nämlich Ereignisse, die auf andere Realitäten hinweisen, durch die man von der unsichtbaren Hand Gottes liebevoll berührt worden ist), und Teil der persönlichen Geschichte und Identität geworden sind.

Das ‘Erzählen’ nimmt dann eine performative Dimension an (performativ: im Augenblick des Sprechens wird eine Aussage „Wirklichkeit“, Anmerkung des Übersetzers), denn dadurch, dass es eine Veränderung bezeugt, die Verstand, Herz und Wille interessiert, nimmt es andere in den eigenen missionarischen Weg herein.

Das Erzählen ist im Grunde nichts anderes als Zeugnis von einer Begegnung zu geben, die geheimnisvoll in der Geschichte geschieht, und die Richtung angibt. Die Mission entsteht aus der Begegnung mit der Liebe Gottes.

Papst Franziskus schreibt in seiner Enzyklika Evangelii Gaudium (EG): „Allein dank dieser Begegnung – oder Wiederbegegnung – mit der Liebe Gottes, die zu einer glücklichen Freundschaft wird, werden wir von unserer abgeschotteten Geisteshaltung und aus unserer Selbstbezogenheit erlöst. Unser volles Menschsein erreichen wir, wenn wir mehr als nur menschlich sind, wenn wir Gott erlauben, uns über uns selbst hinaus zu führen, damit wir zu unserem eigentlicheren Sein gelangen. Dort liegt die Quelle der Evangelisierung. Wenn nämlich jemand diese Liebe angenommen hat, die ihm den Sinn des Lebens zurückgibt, wie kann er dann den Wunsch zurückhalten, sie den anderen mitzuteilen?“ (EG 8).

Die 150 Lebensjahre des Instituts in Erinnerung rufen heißt, konstituierende und grundlegende Ereignisse feiern, jenen “Felsen, aus dem wir gehauen sind”, die aus uns das gemacht haben, was wir heute sind, und in denen wir die liebevolle Hand Gottes wahrnehmen. Es heißt aber auch, jene Personen ins Gedächtnis zu rufen, die die Werte mit Leidenschaft und voller Selbsthingabe gelebt haben. Ich wähle drei Ereignisse aus, die nach meiner Ansicht in unserem Leben und in der Erfüllung unserer Mission besonders bedeutungsvoll geworden sind, da sie Dauerhaftes, Haltungen und grundlegende Dimensionen ausdrücken.

  1. Combonis Tod als beispielhaftes Ereignis seines Lebens

Ich gestehe, dass mich Combonis leidenschaftliche Hingabe für Afrika immer fasziniert hat. Er war wie die Flamme einer Kerze, die langsam herunterbrennt. Wer erinnert sich nicht an jene Fotografie mit ergrautem Bart und leidgeprüftem Gesicht, die gegen Ende seines Lebens gemacht wurde? Aber auch sein Tod und die anschließenden Ereignisse haben mich immer als sinnbildliche Events seines Lebens beeindruckt. Comboni starb, als sich am Horizont die dunklen Wolken des Mahdi Aufstandes zu bilden begannen, der die Sudan Missionen hinwegfegen würde. Wenige Tage vor seinem Tod schrieb er an P. Sembianti folgende Worte: „Ich bin glücklich im Kreuz, das, wenn es aus Liebe zu Gott gerne getragen wird, den Sieg bringt und das ewige Leben“.

Rein menschlich gesehen, schienen jene Worte der Wirklichkeit zu widersprechen, zumindest was den Triumpf der Mission betraf. Wer konnte besser als er selbst das unglaubliche Ausmaß der Mission und auch die Knappheit der Kräfte ermessen? Eine Erbschaft, die der Missionar Johann Dichtl, der Comboni in den letzten Stunden beigestanden war, entgegengenommen hatte, aber noch zu jung war, um jene übermenschliche Mission weiterzuführen; ein Erbgut, das zudem bald nach dem Ausbruch des Mahdi Aufstands verlorenzugehen schien.

Comboni wurde im Garten der Mission neben dem ersten apostolischen Provikar P. Maximilian Ryllo SJ beigesetzt. Nach dem Ende des Mahdi Aufstandes besuchte Mons. Roveggio 1901 den Missionsfriedhof von Khartum, um ihre Überreste zu bergen. „[…] man ist zu den Gräbern von P. Ryllo und Mons. Comboni in den Missionsgarten von Khartum zurückgekehrt, – schreibt Domenico Agasso in seiner Comboni-Biographie. Das erste Grab war unberührt […]. Im zerstörten Grab von Comboni fand man nur einige mit Erde vermischte Knochenreste. […]. Wenige Überreste […]: der Körper des Apostolischen Vikars ist zum großen Teil an Ort und Stelle geblieben, vermischt mit jener Erde. Vorbehaltlose Hingabe […] Comboni und Afrika sind eins geworden[1].

Eine bewegende Szene, die noch deutlicher als Worte die innere Leidenschaft Combonis ausdrückt, im Leben und im Tod Afrika zu gehören. Ein zutiefst symbolisches Geschehen: Combonis Körper, ‘vermischt’ mit jener Erde, scheint sie zu befruchten. Er gehört Afrika über den Tod hinaus. Sieht man von den Gefühlen ab, könnte man, rein menschlich gesprochen, den großen Traum Combonis für gescheitert betrachten – so wie andere Unternehmen vor ihm.

Die Worte von Papst Franziskus in Evangelii Gaudium, mit denen er ein grundlegendes Prinzip für den Aufbau einer neuen Gesellschaft formuliert, sind sehr einleuchtend. Er sagt, dass die Zeit mehr wert ist als der Raum. „Der Zeit Vorrang zu geben bedeutet, sich damit zu befassen, Prozesse in Gang zu setzen, anstatt Räume zu besitzen. Die Zeit bestimmt die Räume, macht sie hell und verwandelt sie in Glieder einer sich stetig ausdehnenden Kette, ohne Rückschritt. Es geht darum, Handlungen zu fördern, die eine neue Dynamik in der Gesellschaft erzeugen und Menschen sowie Gruppen einzubeziehen, welche diese vorantreiben, auf dass sie bei wichtigen historischen Ereignissen Frucht bringt. Dies geschehe ohne Ängstlichkeit, sondern mit klaren Überzeugungen und mit Entschlossenheit“.

Und weiter schreibt der Papst: „Dieses Kriterium lässt sich auch gut auf die Evangelisierung anwenden, die uns dazu aufruft, den größeren Horizont im Auge zu behalten und die geeigneten Prozesse mit langem Atem anzugehen“ EG 223 und 225).

Leben und Sterben von Comboni können wir als eine ‘Leben erzeugende Aktion‘ eines Veränderungsprozesses mit Hilfe von wenigen Personen betrachten, die den Traum weiterverfolgen. ‘Leben erzeugende Aktionen‘ sind also ein Kriterium für eine Missionsmethode und die Missionarische Bewusstseinsbildung, die, auch wenn sie scheinbar unbedeutend sind, eine Veränderung in Bewegung setzen, der sich Personen anschließen, die dann ihrerseits zu Veränderungen beitragen. Beispiele dafür gibt es genug in unserer Geschichte. Ich erwähne kurz Br. Michele Sergi und seinen ‘Klub’ von Khartum, der für viele Jugendliche zu einem Ort der Begegnung und Fortbildung wurde. Ohne große Ansprüche zu stellen, wurden viele von ihnen, die durch seine Schule gingen, zu Glaubensboten in jenen Gebieten Südsudans, die die Missionare noch nicht erreicht hatten.

  1. P.-Mariano-TibaldoNach dem Mahdi Aufstand

Der Orkan des Mahdi Aufstands war gleich nach dem allzu frühen Tod von Comboni über unsere Missionen hereingebrochen. Die Zentralafrikanische Mission wurde hinweggefegt, das Missionspersonal floh nach Ägypten oder geriet in Gefangenschaft. Für die Letzteren begann ein langer Kreuzweg voll von Demütigungen.

Nach zwanzig Jahren kehrten die Missionare nach Khartum zurück und machten sich in den Süden auf, um neue Missionen zu gründen: 0hne Beziehungspunkt und Erfahrung, ohne Anweisungen für die Missionspastoral. Nach seinen ersten Erfahrungen im Sudan umschreibt P. Antonio Vignato die Lage so: “Die arge Verspätung unserer katechetischen Organisation muss man auch unserer Unerfahrenheit zuschreiben, eine Mission zu organisieren; niemand von uns hatte die Möglichkeit gehabt, die Arbeit anderer Missionare zu beobachten, und äußerst wenig hatte man von den Erfahrungen anderer gelesen. Den einzigen Anschauungsunterricht hatten wir in der Kolonie von Gesirah  […] und in den Schulen von Helouan, Suakim und ähnlichen erhalten[2]. Man muss von vorne anfangen trotz der immensen Schwierigkeiten und den vielen Hindernissen.

Alles verlieren und neu anfangen, den Traum Combonis wiederbeleben – oder ihn lebendig erhalten inmitten von Schicksalsschlägen, die viele von uns erlebt haben – wird wie ein Refrain wiederholt, der uns von allem Anfang an begleitet hat. Als ob uns der Herr durch diese und andere schmerzlichen Erfahrungen zum Wesentlichen der Mission hingeführt hätte. Ich denke an die Zerstörungen des Krieges in Uganda, als ich noch Scholastiker war; an die zerstörten Missionen von Maracha, Koboko und anderer; ich erinnere mich an die Mission von Otumbari, die die Missionare auf Anordnung des Bischofs wegen der Guerillakämpfe verlassen mussten; ich denke an den Schmerz von P. Bernardo Sartori, als er den Befehl erhielt, die Mission zu räumen, obwohl er von der Notwendigkeit nicht überzeugt war, aber sein Haupt im Gehorsam beugte. Ich denke auch an jene Mitbrüder, die an der Seite des Volkes trotz Krieg und Gewalt ausharren und die Flüchtlinge begleiten. Von vorne anfangen; unnachgiebig; den Traum Combonis, der Jesu Traum ist, am Leben erhalten, oder ihn wieder aufleben lassen, wenn alles verloren zu sein scheint; den schmerzhaften Prozess der Kenosis erleiden, was Teilnahme an Jesu Kenosis ist, dort wo die Arbeit von Jahren zerstört und vernichtet worden ist. Solche Erfahrungen können durch einen vom Geist geleiteten Prozess der Entscheidungsfindung zum Kairòs werden, zu einer unerwarteten Gelegenheit zu wachsen und sich zu verändern.

Das ist ein Aufruf, sich von kurzlebigen Sicherheiten und von klug ausgedachten Plänen und Methoden zu verabschieden, sollten sie nur die Frucht von „Ehrgeiz“ sein. „Wie oft erträumen wir peinlich genaue und gut entworfene apostolische Expansionsprojekte, typisch für besiegte Generäle! So verleugnen wir unsere Kirchengeschichte, die ruhmreich ist, insofern sie eine Geschichte  der Opfer, der Hoffnung, des täglichen Ringens, des im Dienst aufgeriebenen Lebens, der Beständigkeit in mühevoller Arbeit geschieht, ‘im Schweiß unseres Angesichts’ (EG 96). Auf diese Weise werden Schicksalsschläge, Niederlagen, Verluste, Aufgabe unserer weltlichen Sicherheiten eine Einladung zur Umkehr, verwandeln sich in grundlegende Events, um zu den Wurzeln unserer Identität und unserer Mission zurückzufinden.

Mit wenigen Worten zeigt Evangelii Gaudium die Dimensionen einer Gemeinschaft ‚im Aufbruch‘ und das Wesentliche der Mission auf. Papst Franziskus spricht von einer Gemeinschaft, die die Initiative ergreift, die die weit entfernten Menschen aufsucht, an die Wegkreuzungen geht und die Ausgeschlossenen einlädt: Das entspricht unserer Tradition, zu den ‚Ärmsten und am meisten Verlassenen‘ zu gehen. Unter diesem Gesichtspunkt behält die Formel ad gentes weiterhin ihre Gültigkeit. Franziskus spricht auch von einer Gemeinschaft, die sich einbringt und „das menschliche Leben annimmt, indem sie im Volk mit dem leidenden Leib Christi in Berührung kommt“, das Echo jenes ‘gemeinsame Sache mit den Leuten machen’, das zur Missionsmethode der Comboni-Missionare gehört.

Mission ist, den Leib des leidenden Bruders berühren – in seiner menschlichen, sozialen und kulturellen Situation – und ich lade ein, „nicht in der reinen Idee verhaftet zu bleiben und in Formen von Innerlichkeitskult und Gnostizismus zu verfallen, die keine Frucht bringen“, sondern versuchen, „das Kriterium der Wirklichkeit zu sein – eines Wortes, das bereits Fleisch angenommen hat und stets versucht, sich zu inkarnieren“, nach dem Kriterium, „dass die Wirklichkeit über der Idee steht“ (EG 233). Franziskus fügt weitere missionarische Dimensionen hinzu: „die Menschheit in all ihren Vorgängen, so hart und langwierig sie auch sein mögen“, zu begleiten; die Begleitung „kennt das lange Warten und die apostolische Ausdauer. Die Evangelisierung hat viel Geduld und vermeidet, die Grenzen nicht zu berücksichtigen“.

Unterstreicht ‚Afrika durch Afrika retten‘ nicht etwa den Prozess, unaufdringliche Weggefährten zu werden, damit das Volk zum Protagonisten seiner eigenen Geschichte wird? Und schließlich die Kriterien von befruchten und feiern, „damit das Wort Gottes in einer konkreten Situation Gestalt annimmt und Früchte neuen Lebens trägt“ und „jeden kleinen Sieg, jeden Schritt vorwärts in der Evangelisierung preisen und feiern kann (EG 24).

Zum Wesentlichen der Mission zurückkehren bedeutet, die Gemeinschaft als Handelnde zu entdecken, die evangelisiert, Initiativen ergreift, teilnimmt, begleitet, Früchte trägt und feiert, weil nach den Worten der Enzyklika „die Gemeinschaft eine Verbundenheit auf dem Weg ist, und die Gemeinschaft sich wesentlich als missionarische Communio darstellt“, die vom Geist Jesu beseelt ist (EG 23). Ich füge hinzu, dass die Gemeinschaft jene Verbundenheit auf dem Weg ist, die, während sie evangelisiert, selbst evangelisiert wird; während sie unterrichtet, dazulernt; während sie Subjekt der Mission ist, selbst zum Objekt wird und sich gegenseitig durch Schenken und Empfangen bereichert.

  1. Teilung und Wiedervereinigung

Die Ereignisse der Teilung und der Wiedervereinigung der Kongregation in Erinnerung zu rufen, wenn auch nur in groben Zügen, wirkt sich nach meiner Meinung nicht nur positiv auf unsere gemeinsame Zugehörigkeit aus, sondern auch auf die Art und Weise, unsere Mission zu leben.

Die Teilung der Kongregation im Jahre 1923 hatte eine “tiefe Wunde” aufgerissen, schreibt P. Romeo Ballan in der Beilage zu Familia Comboniana vom April 2017 und zitiert dabei P. T. Agostoni und P. F. Pierli. Die Gründe für die Teilung schienen schwerer zu wiegen als die für die Einheit: unterschiedliche Ausbildung und Missionsmethode, überhitzter Nationalismus, völliges Ausschalten des Dialogs von Seiten der Führungsspitze, der man „die Zweiteilung des einen von Comboni gegründeten Körpers in die Schuhe schob[3], wie sich das Bollettino von 1972 ausdrückte. Viele Comboni-Missionare haben die Teilung als schmerzlich empfunden und “sie nie wirklich voll akzeptiert – unterstrich derselbe Artikel – im Gegenteil, für so manchen ist sie zu einer Gewissenfrage geworden [4].

Die Sehnsucht nach der Wiedervereinigung ist nie erloschen, denn „die Comboni-Gruppe ist ihrer eigenen Berufung immer treu geblieben: von daher kommt die von Comboni grundgelegte und fruchtbringende Unruhe[5]. Diese Unruhe hilft, gegenseitige Abkapselung zu überwinden und Vorurteile abzubauen. Sie festigt das Bewusstsein, dass Comboni unser gemeinsamer Gründer und die Mission der Existenzgrund „des einen in der Mission geborenen[6] Comboni-Instituts ist, und ruft eine Reihe von Initiativen hervor. Diese Unruhe führt zur Tat und wird konkrete Geschichte von informellem Meinungsaustausch, Forschungsarbeit, Zusammenarbeit in der Mission, von praktischen Schritten zu gemeinsamer Ausbildung in Spanien und zum Einsatz von Personen, die an die Wiedervereinigung geglaubt haben wie die P. A. Riedl und P. E. Farè.

Die Unruhe wird konkrete Geschichte von Überlegungen der Generalkapitel der beiden Institute, von der Arbeit der Reunion Study Commission und bis herauf zum Kapitel von 1979, das die Wiedervereinigung formell sanktioniert. Die Wiedervereinigung, die nichts anderes als ein formeller und juristischer Akt war, ist durch echten Dialog, gegenseitiges Sich-Annehmen und ehrliches Geradestehen für die eigenen Verfehlungen und durch das Bewusstsein der identischen, gemeinsamen Wurzeln vorbereitet worden, um die Einheit wiederherzustellen. Ich glaube, dass diese Sehnsucht nach der Wiedervereinigung und der Prozess, der sie in Bewegung gesetzt hat, Gründungselemente unserer Identität sind, besonders für unsere Zeit, in der die Kongregation eine ausgeprägte kulturelle Vielfalt annimmt. Wir sind ein Institut, das auf Wiederversöhnung und auf gegenseitiger An- und Aufnahme aufgebaut ist, und gesandt wird, in Frieden lebende Gemeinden zu errichten: Vergebung, Dialog, Versöhnung, Annahme des Nächten gehören zu unserer missionarischen Identität.

Ich finde die Worte in Evangelii Gaudium über die Art und Weise, den unausweichlichen Konflikten zu begegnen, die in einer Gemeinschaft entstehen können, sehr treffend. „Den Konflikt – sagt der Papst – soll man nicht ignorieren, noch weniger sein Gefangener werden oder die eigene “Konfusion und Unzufriedenheit” auf andere projizieren. Man soll den Konflikt erleiden, ihn lösen und zum Ausgangspunkt eines neuen Prozesses machen“ (EG 227). “

Auf diese Weise wird es möglich sein, dass sich aus dem Streit eine Gemeinschaft entwickelt. Das kann aber nur durch die großen Persönlichkeiten geschehen, die sich aufschwingen, über die Ebene des Konflikts hinauszugehen, und den anderen in seiner tiefgründigen Würde zu sehen. Dazu ist es notwendig, sich auf ein Prinzip zu berufen, das zum Aufbau einer sozialen Freundschaft unabdingbar ist, und dieses lautet: die Einheit steht über dem Konflikt(EG 228).

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass der Versuch, einen Konflikt anzugehen, die bedingungslose Annahme des anderen voraussetzt, und im Licht der eigenen charismatischen und missionarischen Identität geschehen muss. Auf diese Weise werden die Unterschiede, oft Auslöser von Konflikten, das Wohl der Mission fördern. Mit Hilfe dieser erlittenen, gelösten und aufgearbeiteten Konflikte können Gemeinschaften kultureller Vielfalt entstehen und die Gemeinschaft selbst zum Zeichen und Merkmal von Versöhnung und Dialog werden.  

P.-Mariano-Tibaldo

  1. Abschließend: problematische Knotenpunkte

Ich möchte noch auf einige Fragen eingehen, die nach meiner Ansicht im ersten Viertel unseres Jahrhunderts von besonderer Bedeutung sind, ohne mir aber anmaßen zu wollen, Lösungen parat zu haben. Sie sollten vielmehr zu weiteren Überlegungen anregen.

Wie schon oben erwähnt, schließen sich unserer Kongregation Mitbrüder aus dem Süden an, die aus anderen Kulturkreisen kommen, und bereits Führungspositionen einnehmen. Die Präsenz dieser Mitbrüder verändert nicht nur das Zahlengefüge der Kongregation, sondern bringt auch eine neue Art mit sich, das Ordens- und Gemeinschaftsleben und die Mission zu betrachten. Dialogbereitschaft und aufmerksames Hinhören auf die Beweggründe des anderen sind heute unerlässlich. Denn die kulturellen Unterschiede werden immer sichtbarer und bewährte Weisen Probleme zu lösen, werden immer mehr in Frage gestellt.

Ich denke besonders an das Problem der comunità d’inserzione radicale. Nach allgemeinem Verständnis und gemeinsamer Praxis geht es dabei um die Armut in der Lebensgestaltung, indem man sich auf die Ebene der Armen begibt und sich einfacher Strukturen bedient. Ich frage mich, ob Mitbrüder, die nicht aus Kulturen der westlichen Welt kommen, ein anderes Verständnis haben von Armut, von einem Leben in Armut, mit den anderen in Armut zu leben; ob sie, ganz allgemein gesprochen, eine andere Sensibilität für ‚radikale‘ Armut mitbringen. Ich kann mit keinen Lösungen aufwarten, möchte aber diese Frage aufwerfen. Ich glaube aber, dass das Bemühen, uns gegenseitig zuzuhören, besonders was mündliche und nicht mündliche Botschaften angeht, uns helfen kann, eine Gemeinschaft der Unterschiede (comunità delle differenze) aufzubauen. Das wäre ein erster Schritt auf dem Weg, Gemeinschaften kultureller Vielfalt zu errichten.

Ein anderes Problem betrifft die Vorläufigkeit und die Übergabe von Aufgaben (besonders von Pfarreien), sobald diese eine gewisse finanzielle, pastorale und missionarische Selbständigkeit erreicht haben (LF 70). Ich erwähne, ganz nebenbei und ohne Polemik, dass auch noch nicht selbstgenügsame Einsätze, die unsere Präsenz weiterhin nötig gehabt hätten, wegen Personalmangel dem Bischof übergeben wurden.

Die Ideale der Lebensform kollidieren oft mit den Möglichkeiten der Geschichte. Das Problem, selbständige und finanziell gut dastehende Pfarreien zu übergeben, wird jetzt besonders akut, da die radikal zu einer sogenannten „Missionsprovinz“ gehörenden Mitbrüder zahlenmäßig zunehmen und, was recht und billig ist, mit ihrer Leitung betraut werden. Die Autonomie der Provinzen, besonders was der finanzielle Unterhalt ihrer radikalen Mitglieder betrifft, ist ein ernstzunehmendes Problem, dem sich viele Provinzen stellen und nach entsprechenden Lösungen suchen müssen. Aus dieser Sicht und im Licht der neuen geschichtlichen Gegebenheiten müssen Aussagen und Ansichten, die wir als selbstverständlich betrachteten, neu überdacht werden. Wenn ich an meine Erfahrungen als Provinzoberer denke, dann kommen mir die Zweifel und die Ratlosigkeit der radikal zur Provinz gehörenden Mitbrüder in den Sinn, wenn es darum ging, eine finanziell blühende Pfarrei dem Bischof zu übergeben.

Ein dritter problematischer Knoten: Die Mission mitsamt ihrem Kontext und die juristische Gliederung der Kongregation in Provinzen und Delegationen passen sich fast durchwegs den nationalen Grenzen an. Viele „missionarische Situationen“ wie die der Hirtenvölker Westafrikas, der afrikanischen Nachkommen Amerikas, der indigenen Völker von Lateinamerika, aber auch die Probleme der Randgebiete der großen Städte sprengen politische Grenzen und unsere Jurisdiktionsbereiche. In solchen Fällen spricht man in der Kongregation von ‚kontinentalen Einsätzen‘. Ich frage mich, ob wir nicht die rechtliche Organisation der Kongregation nach den Kriterien des missionarischen Einsatzes überdenken und der neuen Realität anpassen sollen. Mit anderen Worten: sollte eine rechtliche Teilung nicht in erster Linie die ‚missionarischen Situationen‘ vor Augen haben anstatt der Verwaltungsgrenzen eines Staates?

Diese Frage ist nicht neu, denn sie wurde bereits auf dem Generalkapitel 2009 angeschnitten, aber ohne sich mit dem Problem auseinanderzusetzen. Es stimmt zwar, dass die Lebensform beim Austausch von Personal zwischen Jurisdiktionsbereichen eine gewisse Flexibilität (116 und 125) vorsieht. Jedoch die Neugestaltung (oder wie immer man das nennen will) einer Provinz gemäß einer ‚missionarischen Situation‘ fördert die Einheit und Identität, erleichtert die Ausarbeitung gemeinsamer pastoraler Richtlinien und die Überprüfung der übernommenen Einsätze.

Meiner Ansicht nach sollten wir diese drei problematischen Knotenpunkte (und andere, sollten sich weitere ergeben) mit Aufmerksamkeit verfolgen, in ständigem Dialog darüber bleiben und ehrlich darüber nachdenken.

Wir wollen weiterhin auf Gott, Comboni und die Menschen hören, um in der heutigen Mission die Zeichen der Zeit und der Orte wahrzunehmen und auf sie hinzuweisen” (KD ’15,  22). Dieser Aufgabe dürfen wir uns nicht entziehen.
P. Mariano Tibaldo mccj

Zum Nachdenken

  1. Wenn ich meine eigene Geschichte und/oder jene der Kongregation in Erinnerung rufe, welches sind die Grunderfahrungen gewesen, die mein Leben geprägt haben, und in denen ich die Gegenwart Gottes erkenne? In wieweit haben diese Ereignisse mich oder das Leben der Provinz verändert?
  2. Gibt es förderliche Handlungen, die in der Provinz und/oder auf einem sozialen Gebiet etwas verändert haben? Wie sehen diese Veränderungen aus? Wer hat sie ausgelöst?  Was ist in unserer Missionstätigkeit mehr das Ergebnis von persönlichen Plänen als vom Versuch, auf Veränderungen hinzuarbeiten?
  1. Welche schwierigen Situationen auf persönlicher und/oder auf Kongregationsebene haben meine missionarische Sendung geläutert und glaubwürdiger gemacht und der Provinz geholfen, das Wesen der Mission wiederzufinden?
  2. Gibt es Konflikte und wie begegne ich ihnen in der Gemeinschaft und in der Provinz?

Übersetzung P. Alois Eder, mccj, Ellwangen

[1] Domenico Agasso sr – Domenico Agasso jr, Un profeta per l’Africa. Daniele Comboni, Cinisello Balsamo (Milano), San Paolo, 2011, pp. 279-280.

[2] Antonio Vignato, Una pagina di storia catechetica africana, in «Combonianum», 8 (1944)2, p. 11-12. Roma, Archivio Centrale, l/A/l.

[3] Kurze Übersicht über die Kontakte der italienischen (FSCJ) und der deutschen Comboni-Missionare (MFSC), im «Bollettino» (1972) 97, S. 58.

[4] Ibid. p. 58.

[5] Ibid. p. 58.

[6] Ibid. p. 59.

Die geschichtliche Entwicklung des Instituts der Comboni-Missionare

LOGO 150 aniversario MCCJ„Das Leben von Daniel Comboni (1831-1881) – schreibt P. Fidel González Fernández, Comboni-missionar – nimmt einen klaren, einheitlichen Entwicklungsgang, in dem die verschiedenen Aspekte zusammenfließen. Wir wollen jedoch hier unsere Auf-merksamkeit auf Comboni, den Gründer von „Missionsinstituten“ richten, und zwar im Kontext der von Propaganda Fide abhängigen Missionsinstituten. Comboni hat zwei „Missionsinstitute“ gegründet: ein Seminar oder Missionsinstitut für die afrikanischen Missionen (1867) und das Institut der „Frommen Mütter des Negerlandes“ (1872). Dieses ist Teil der Geschichte der „neuen Institute“ gottgeweihten Lebens, die im neunzehnten Jahrhundert eine ganz besonders innovative Geschichte haben. In der geschichtlichen Entwicklung des Instituts der Comboni-Missionare kann man ganz klar drei Phasen unterscheiden.“

DAS COMBONI-INSTITUT FÜR DIE AFRIKANISCHEN MISSIONEN IN SEINER ERSTEN “SÄKULAREN” PHASE

(Erster Teil)

  1. Die Geschichte der Missionen und der Missionsinstitute unter Propaganda Fide

Die Geschichte der Evangelisierung beginnt am Pfingsttag und entwickelt allmählich neue Formen in der Kirchengeschichte[1]. In den ersten Jahrhunderten verbreitet sich das Christentum“ von Erfahrung zu Erfahrung” (Ratzinger). Erst ab dem IV. Jahrhundert bildet sich langsam eine „organisierte“ Missionstätigkeit heraus. In der Moderne entstehen neue Formen und Methoden. Gottgeweihte Personen, alte Orden und neue Institute, „Missionsinstitute ad gentes“ genannt, arbeiten jetzt unter den nichtchristlichen Völkern. Name und Begriff von „Missionsinstitut“ sind in der Kirchengeschichte relativ neu, wie auch die Bezeichnung „Mission“. Sie wurden nach der Gründung von Propaganda Fide (1622) eingeführt. Die Missionare sind “Ausgesandte” des Papstes, die in irgendeinem Gebiet der Welt unter Nichtkatholiken und Nichtchristen (Evangelisierung der Völker oder ad gentes) apostolische Aufgaben übernehmen (Jesuiten und später Lazzaristen, Congregatio Missionum, 1625).

Joseph Ratzinger schreibt auf einer der letzten Seiten seines Buches Jesus von Nazareth, wo er von der „Zwischenankunft“ (zwischen Bethlehem und der endgültigen Verherrlichung) spricht, dass diese „Wiederkunft“ viele Weisen annimmt, aber einige von ihnen „Epoche machen“. Er bezieht sich auf den Einfluss von gewissen Persönlichkeiten, mit deren Hilfe Christus in der Geschichte wirkt. Der Heilige Geist ruft durch diese Persönlichkeiten Bewegungen in der Kirche ins Leben, die von der Schönheit des Christ-Seins Zeugnis geben, gerade zu Zeiten, in denen die Glaubensmüdigkeit eine Art Epidemie wird. Das ist in der modernen Missionsgeschichte geschehen. Beschäftigt man sich mit der Missionsgeschichte ad gentes, die mit der Gründung von Propaganda Fide beginnt, kann man eine ganze Reihe von charismatischen Persönlichkeiten anführen, die das Missionswerk ad gentes in die Hand genommen haben. Der Papst hatte Propaganda die Aufgabe übertragen, sich um die notwendigen Glaubensboten umzusehen, „um in allen Missionsgebieten das Evangelium zu verkünden und die katholische Lehre zu verbreiten“. Da die Kongregation selber über keine eigenen Missionare verfügte, musste sie bei den alten Orden anklopfen. Ihr Aufruf hatte aber nur geringen Erfolg. Deswegen unterstützte sie die Geburt von neuen Missionsinstitutionen unter ihrer Jurisdiktion. So begann die Geschichte der Missionsinstitute “ad gentes”.

Propaganda Fide kannte einerseits die Vorteile, welche die alten Orden für die Missionsarbeit mitbrachten, andererseits aber auch die Nachteile. Diese zwei Aspekte hatte der Sekretär von Propaganda Fide Alberizi in seinem Bericht vom 4. Dezember 1657 hervorgehoben. Darin heißt es: „es kommt vor, dass die Ordensleute in erster Linie den Ruhm ihres Ordens suchen in der Überzeugung, für die Ehre Gottes zu arbeiten“. Andere Nachteile waren die Auseinandersetzungen zwischen den verschiedenen Orden, ihr geringes Interesse, den einheimischen Klerus zu fördern oder ihm genügend Vertrauen zu schenken und ihr Widerstand bei der Ernennung von Missionsbischöfen. Sie strebten danach, sich in den Gebieten durch ein Missionsmonopol „für immer festzusetzen“. Alberizi wies auch auf die Gründe hin, warum die Erfolge der Evangelisierung so gering waren, sowie auf die schädlichen Folgen des Monopols von gewissen Orden und der Einflussnahme auf die Missionstätigkeit von politischen Gruppen, an die sich die Missionare selbst oft zu sehr anlehnten. Der Bericht schloss mit einem direkten Hinweis auf die erst erfolgte Gründung des Seminars für die Auslandsmissionen von Paris (MEP) und auf das Propaganda Kolleg in Rom. Man stand vor dem neuen kirchlichen Phänomen der “säkularen”[2] Missionsinstitute. In diesem Kontext werden verschiedene Missionare allmählich mit ihren Initiativen beginnen, auch Daniel Comboni, und Missionsseminare oder Missionsinstitute gründen (die Terminologie ist noch sehr ungenau und die rechtliche Form solcher Gründungen wird erst gegen Ende des XIX. Jahrhunderts klar umrissen werden). Im neunzehnten Jahrhundert war es nicht möglich, weitere Orden nach altem Modell zu gründen. Das erlaubte weder das Kirchenrecht noch die staatlich-liberale Gesetzgebung. Mit der französischen Revolution beginnt auch für die Kirchengeschichte und für das gottgeweihte, apostolische Leben eine neue Epoche. Die Missionsgeschichte der Kirche befand sich bereits seit längerer Zeit in einer tiefen Krise und viele kirchliche Institutionen erlebten einen Niedergang (manche sterben aus), es entstanden aber gleichzeitig zahlreiche neue, apostolische Gründungen, die noch auf der Suche nach einer eigenen rechtlichen Form waren.

Der Zusammenbruch von alten Regierungsformen, der Zerfall der alten Gesellschaft der „sozialen“ Schichten, die Entstehung der neuen, liberalen Gesellschaft der sozialen „Klassen“ und der Nationalstaaten werfen die alte, kulturelle, soziale und politische Ordnung über den Haufen und mit ihr auch die kirchliche Ordnung. In dieser vom Liberalismus geprägten Gesellschaft lösen sich viele alte kirchliche Strukturen auf oder werden sogar von der beherrschenden Ideologie überrumpelt. Die alten Orden ringen um ihr Überleben oder bemühen sich, in einigen Fällen, um eine Restauration. Man darf diesen Zustand jedoch nicht dem liberalen Staat allein in die Schuhe schieben. Viele Orden befanden sich bereits seit geraumer Zeit in einem Zustand inneren Verfalls. Der Heilige Stuhl versuchte es – oft mit viel Mühe – mit einer Restauration, indem er unwirksame Gesetze und Normen erließ. Von den alten Orden überlebten nur wenige. Es sind jene, die die Kraft ihres eigenen Charismas wiederentdecken und zum Geist des Ursprungs zurückfinden. Es entstehen neue kirchliche Institutionen, die auch in der Missionsgeschichte aufscheinen.

  1. Kontext der neuen missionarischen Bewegung

Was die Mission betrifft, muss man sich die desolate Lage der Missionstätigkeit ad gentes der Kirche zur Zeit der französischen Revolution vergegenwärtigen. Die Auflösung des Jesuitenordens (1773) und das damit verbundene Auflassen seiner Missionen haben für die Missionstätigkeit verheerende Folgen nach sich gezogen. Der Missionsgeschichtsschreiber Joseph Schmidlin hat festgestellt, dass es am Anfang des neunzehnten Jahrhunderts in der ganzen nicht-katholischen Welt höchstens 300 Missionare gegeben hat (die Missionare in protestantischen Ländern miteingeschlossen). Die Aufhebung der Kongregation von Propaganda Fide durch das französische Direktorium (15. März 1798) symbolisiert diese Dekadenz. Sie wurde als nutzlose Institution hingestellt. Napoleon hatte ihre Errichtung zwar wieder erlaubt, aber um sich ihrer für seine eigenen Zwecke zu bedienen. Alle Kolonialmächte des neunzehnten und zwanzigsten Jahrhunderts waren von dieser Mentalität geprägt. Propaganda Fide hat trotz ihrer neuen Struktur durch Papst Pius VII. 1817 bis zur Wahl von Papst Gregor XVI. ein Schattendasein geführt. Erst ab diesem Zeitpunkt erwachte in einigen kleinen Kreisen langsam die Mission ad gentes.

Zum Erwachen des Missionsgeistes hat eine um sich greifende christliche Erneuerungsbewegung beigetragen, die sich zuerst der aufklärerischen und dann der liberal-positivistischen Kultur entgegensetzte. Einige betrachteten die Dringlichkeit der Missionstätigkeit als einen Imperativ der “Caritas Cordis Christi”. In diesem Kontext  muss die Geburt der Missionswerke gesehen werden. Zu den wichtigsten Erscheinungen der Missionsbewegung gehören das Institut für die Auslandsmissionen von Paris und die „Missionssäkularinstitute“.

  1. Die verschiedenen Entwicklungsphasen des Comboni-Instituts

Besondere Aufmerksamkeit schenkt die Missionsbewegung des neunzehnten Jahrhunderts den schwarzen Völkern Afrikas. In dieser Bewegung spielen sich die mühsame Geschichte der Mission Zentralafrikas und die Gründung von Comboni ab. Der junge Missionar Daniel Comboni hat in dieser Geschichte eine ständig wachsende Stellung eingenommen. Sein Ausbildungsgang hat ihm in seinem missionarischen Heranreifen geholfen. Seine endgültige Berufung zur Evangelisierung jener Völker und zur Gründung des Missionsseminars für die Missionen Afrikas erreichte seinen charismatischen Höhepunkt mit dem „Plan für die Evangelisierung Afrikas“ (1864), den bereits andere Autoren ausführlich beschrieben haben[3]. Das Leben von Daniel Comboni (1831-1881) nimmt einen klaren, einheitlichen Entwicklungsgang, in dem die verschiedenen Aspekte zusammenfließen. Wir wollen jedoch hier unsere Auf-merksamkeit auf Comboni, den Gründer von „Missionsinstituten“ richten, und zwar im Kontext der von Propaganda Fide abhängigen Missionsinstituten. Comboni hat zwei „Missionsinstitute“ gegründet: ein Seminar oder Missionsinstitut für die afrikanischen Missionen (1867) und das Institut der „Frommen Mütter des Negerlandes“ (1872). Dieses ist Teil der Geschichte der „neuen Institute“ gottgeweihten Lebens, die im neunzehnten Jahrhundert eine ganz besonders innovative Geschichte haben[4].

In der geschichtlichen Entwicklung des Instituts der Comboni-Missionare kann man ganz klar drei Phasen unterscheiden.

Die erste Phase beginnt mit der Gründung des Missionsseminars für Afrika, das ein ganz konkretes Ziel verfolgt, nämlich die Evangelisierung, und im Einklang steht mit ähnlichen, bereits bekannten Initiativen der Kirche seit dem siebzehnten Jahrhundert. Die Mitglieder waren Weltpriester oder Priesterkandidaten, denen sich von allem Anfang an einige Laienmitglieder anschlossen. Aus unseren Quellen geht nicht hervor, dass sie ursprünglich durch eine Art Gelübde gebunden waren. Der Kandidat musste nur versprechen, nach der „Zielsetzung“ des Seminars unter den rechtmäßigen Oberen zu leben. Dabei erhielt er die „Bescheinigung“ als apostolischer Missionar, die die Propaganda Fide den Missionaren ausstellte, die unter ihrer Abhängigkeit arbeiteten. In dieser Phase wird betont, dass seine Mitglieder Weltpriester sind. Diese blieben irgendwie an ihre Heimatdiözese gebunden, die sie für gewöhnlich vorstellte oder wenigstens für die Missionstätigkeit empfahl. Das Institut „hängt vom Papst und von der Kongregation der Propaganda Fide ab… Der unmittelbare Obere des Instituts ist der Bischof von Verona. Er wird von einem Rektor vertreten, welcher für gewöhnlich aus den Reihen der Missionare genommen wird, die Mitglieder des Fundamental-Instituts sind und bei der Ausübung des Apostolats in Afrika Erfahrung gesammelt haben“. „Der Bischof von Verona wird in seiner Funktion von einem Gremium unterstützt, in welchem er den Vorsitzt führt, und welches aus den besten und angesehensten Priestern und Laien seiner Diözese zusammengesetzt ist, und den Titel eines Zentralrates des Werkes für die Wiedergeburt Afrikas trägt“[5]. Diese Regeln spiegeln zum Teil die rechtliche Dynamik der Auslandsmissionen von Paris wieder, aber mit wichtigen Varianten. Diese betreffen die grundlegende Autorität des Bischofs von Verona und des von ihm gewählten Rates. Der “Bischof von Verona hat dieses Seminar auf Bitten vom Priester und apostolischen Missionar Daniel Comboni 1867 kanonisch errichtet“. Das Seminar für die afrikanischen Missionen von Verona ist so entstanden und wird in seiner prekären Existenz bis Ende 1871 so bleiben[6].

Von jenem Jahr an zeichnet sich eine klarere Form des Seminars für die afrikanischen Missionen ab und mehr noch für die Mission von Zentralafrika, einem ausgedehnten Gebiet ohne genaue Grenzen. Comboni hatte bereits mit seinem Missionswerk in Kairo wichtige Erfahrungen gesammelt, das er 1868 gegründet hatte. Es ist ihm klar geworden, dass ein Seminar für die afrikanischen Missionen in Zentralafrika ohne eine spezifische, rechtliche Struktur nicht auskommt. Schmerzliche Erfahrungen hatten ihn darüber belehrt. Das Gemeinschaftsleben und die Missionstätigkeit erforderten einen größeren Zusammenhalt unter seinen Missionaren und einen entschiedeneren formellen Einsatz.

Damit fängt die zweite Phase dieser Geschichte an. Comboni beginnt die Regeln seines Instituts zu schreiben und bemüht sich um die Approbation von der Propaganda Fide. Es sei hier darauf hingewiesen, dass der Begriff Institut nicht mit der Bedeutung identisch ist, den es in unserem heutigen Sprachgebrauch hat[7].

In dieser zweiten Phase wird von den Mitgliedern des jungen Instituts eine spezifischere, kanonische Bindung verlangt, aber immer nach den „Regeln von 1871-1872“, die die Propaganda Fide nie approbiert hat. Es fehlt aber immer noch jene rechtliche Genauigkeit, die damals für kirchliche Institutionen öffentlichen Rechtes verlangt wurde. Auch die Ausdrucksweise und die festgesetzten Normen wie „Noviziat“ und andere sind weiterhin ungenau, obwohl sie sich an die Terminologie des klassischen Ordenslebens halten. Es sind ermahnende, allgemeine, juristische „Regeln“ und werden deswegen auch nie approbiert werden. Die Vorbereitung auf die Afrikamission sollte in Verona oder Kairo stattfinden. Es wurden keine Gelübde abgelegt – und wie es scheint auch keine private – aber es gab die Bindung an die afrikanische Mission durch einen Eid „auf ewig“, den Gehorsam den rechtmäßigen Oberen gegenüber und die Abhängigkeit vom eigenen kirchlichen Oberen. Es ist ausdrücklich von der Kongregation Propaganda Fide und dem Bischof von Verona die Rede, aber es fehlt eine klare und präzise rechtliche Form. Die Regeln des Instituts enthalten Hinweise auf eine radikale Lebensweise (sie weihen ihre Werke und, wenn nötig, auch ihr Leben…), ohne aber genau den Inhalt zu beschreiben. In der Einleitung zu den Regeln schreibt Comboni:

“Damit die Regeln des Instituts, welches Apostel auszubilden hat, von Dauer sind, müssen sie sich auf allgemeine Prinzipien stützen…” und er gibt gleich den Grund an: “Würden sie sehr ins Einzelne gehen, würde sehr schnell entweder die Notwendigkeit  einer Änderung oder eine gewisse Lust am Ändern das Fundament des Gebäudes bedrohen und sie würden zu einem harten Joch und zu einer schweren Last für denjenigen werden, der sie beobachten muss. Weil nun das Feld, auf dem der Kandidat zu arbeiten hat, so ganz anders und unermesslich ist, kann es auch nicht auf bestimmte Ämter wie in den Ordensgemeinschaften eingegrenzt werden; wohl aber müssen jene allgemeinen Prinzipien sein Denken und sein Herz beherrschen in einer Weise, dass er sich selber zurechtfinden kann, indem er sie mit Umsicht und Urteilskraft zu verschiedensten Zeiten und an ganz verschiedenen Orten und unter ganz anderen Umständen zur Anwendung bringt, in die ihn seine Berufung stellt. Um das Ziel zu erreichen, auf welches das neue Institut der Mission für Afrika ausgerichtet ist, werden deshalb nur jene grundlegenden Prinzipien aufgestellt, die seine wahre Ausrichtung charakterisieren, und die den Schülern als Richtschnur dienen, um mit voller Gleichförmigkeit und jener Ausgeglichenheit des Geistes und des äußeren Benehmens zu prüfen, woran man die Mitglieder einer einzigen Familie erkennen kann”[8].

In dieser Phase werden die Mitglieder des Instituts bereits als “Priester und Laien” bezeichnet, die sich der Mission weihen[9]. In den Regeln von 1871 heißt es: „Das Institut oder Kolleg für die Missionen von Afrika ist eine Vereinigung von Priestern und Laienbrüdern, welche sich ohne Gelübde… der Bekehrung Afrikas widmen”[10]. Die „ Regeln und die Organisation des Instituts für die Missionen von Afrika in Verona” von 1872 sind ein von Comboni selbst gekürzter und umgearbeiteter Text seiner Regeln von 1871[11]. Der Text dieser zweiten Auflage der „Regeln“ ist Teil der Dokumentation, die im Kardinalsbericht von 1872 an Propaganda Fide aufscheinen. Nach dem Kardinalstreffen wurde Comboni zum Provikar ernannt und dem Institut, das er in Verona und Kairo gegründet hatte, die Mission von Zentralafrika übertragen. Es heißt: „Das Institut für die Missionen von Afrika ist eine freie, säkulare Vereinigung von Priestern und Laien, die ihre Tätigkeit und, wenn nötig, auch ihr Leben der Bekehrung der armen Heiden von Zentralafrika weihen, unter der Abhängig von den rechtmäßigen Oberen und den Vorschriften dieser Regeln”[12].

Von 1872 bis zu seinem Tod werden Comboni selbst und die anderen Mitglieder die Form des Instituts allmählich klarer zu definieren suchen. Comboni bemühte sich um die endgültige, kanonische Approbation durch Propaganda Fide: aber welche Art von Vereinigung schwebte ihm vor? Welche rechtliche Form wollte er? Es handelte sich nicht um eine Kongregation mit einfachen Gelübden im modernen Sinn. Es ging ihm auch nicht, wie es scheint, um eine Kongregation oder Gesellschaft ähnlich jenen, die bereits existierten, und von der Kirche seit dem sechszehnten Jahrhundert approbiert worden waren. Solche waren zum Beispiel die Missionspriester und später Kongregationen mit einfachen Gelübden wie die Redemptoristen und Passionisten. Handelte es sich vielleicht um eine Art „apostolische Gesellschaft“ von Priestern und Laien, die sich wie die Auslandmissionen von Paris oder andere ähnliche Gründungen den Missionen weihen?[13] Den Quellen nach scheint das die Absicht Combonis gewesen zu sein. Durch seinen vorzeitigen Tod ist die juristische Frage unbeantwortet geblieben. Die darauf folgende Phase hat mit Comboni nichts mehr zu tun. Wir müssen aber zugeben, dass Comboni von seinen Missionaren jene radikale, evangelische Lebensweise verlangte, die typisch für Ordensleute ist, obwohl sie keine Ordensleute im klassischen Sinn waren. Diese Sachlage finden wir auch in ähnlichen, apostolischen Gemeinschaften von damals. Dachte Comboni vielleicht daran, sein Institut in eine Kongregation klassischen Stils umzuwandeln wie es später geschehen ist? Die verfügbaren Unterlagen erlauben uns jedoch nicht, eine sichere Antwort zu geben, denn für die Geschichte zählen nur Fakten und keine Absichten. Was er aber sicher vorhatte, war eine Gesellschaft von Missionaren ins Leben zu rufen, die sich ganz Christus und seiner Kirche für die afrikanische Mission weihen, alle Merkmale gottgeweihten Lebens aufweisen, und den Spuren ähnlicher Gründungen zu folgen, die von der Kirche bereits anerkannt wurden oder im Entstehen waren.

Vielleicht kann man zusammenfassend sagen: von 1871 bis 1881, dem Todesjahr Combonis, macht sich das Seminar oder das von ihm gegründete afrikanische Missionsinstitut auf die Suche nach einer eigenen, juristischen Form für die „Vereinigung von Priestern und Laien“, die sich der Mission weihen und ihr durch dauerhafte Bindungen angehören („Weihe“: zuerst für zehn Jahre nach den Regeln von 1872, die aber die Tür für die ewige Weihe offen lassen; später ganz ausdrücklich “in perpetuo”, wie es im Text des Missionseids für Brüder heißt, den Comboni selbst verfasst hatte). In seiner logischen Entwicklung hätte sich sicher eine dauerhafte societas gemeinsamen und apostolischen Lebens herausgebildet. Jeder Samen braucht seine Zeit, sich zu entwickeln und zu wachen. Das trifft auch auf das Comboni-Institut zu, auch wenn Combonis Tod eine andere Phase mit einem ganz neuen Problemkreis auslöst.
P. Fidel González Fernández, mccj
Übersetzung: P. Eder Alois, mccj, Ellwangen

[1] Vgl. Fidel González, Die Bewegungen in der Kirchengeschichte von den Aposteln bis heute, Rizzoli, 2000.

[2] Der Ausdruck “säkular“ schließt bis zum Beginn des neunzehnten Jahrhunderts alle Formen apostolischen Lebens ein, die rechtlich nicht als Orden bezeichnet werden wie die Mönche, die Brüder und ähnliche. Die “Kongregationen”, die ab dem XVI. Jahrhundert gegründet wurden, werden ganz allgemein als “säkular” bezeichnet.

[3] Vgl. Congregatio De Causis Sanctorum, Danielis Comboni. Positio super vitae et virtutibus… (wird ab hier als D.C. Positio zitiert), 2 vol. Romae 1988. Die Bücher von P. Chiocchetta und A. Gilli sind grundlegend; von F. González, Daniel Comboni, Profeta y Apostol de Africa, Mundo Negro, Madrid 1985; Idem, Comboni en el corazón de la Misión Africana. El Movimiento misionero y la Obra comboniana:1846-1910, Madrid 1993.

[4] Die katholische Kirche des neunzehnten Jahrhunderts ist gekennzeichnet durch die herausragende Rolle der Frau im Leben der Kirche und die zahlreichen Neugründungen von weiblichen “neuen Instituten” (nicht mit den Begrenzungen des Ordenslebens, aber ähnlich den “Säkularinstituten”), die alle Bereiche sozialer Ausgrenzung abdecken. Diese neuen Gründungen werden das Recht der Ordensfrauen oder das gottgeweihte Leben „revolutionieren“.

[5] Regole von 1871, Kap. II, in D. Comboni, Scritti, 2650-2652.

[6] Vgl. Diözesandekret des Bischofs von Verona, Magno sane perfundimur gaudio, in ACR, sez. A, c. 25/14 (kalendis Iunii [1. Juni] an. 1867. Programm und Statut des Werkes des Guten Hirten, in ACR, sez. A, c. 25/14; Brief Bonus Pastor des Bischofs von Verona an die Bischöfe Italiens (6. März 1868), in ACR, sez. A, c. 25/14; Dekret des Bischofs von Verona zur kanonischen Errichtung des neuen Instituts vom 8.XII.1871, in ACR, sez. A, c. 25/20: in A. Gilli, L’Istituto Missionario Comboniano dalla fondazione alla morte di Daniele Comboni, pp. 359-378. Es folgen weitere Briefe des Bischofs an Pius IX. und an den Kardinalpräfekten von P. F. und andere Dokumente zum Thema.

[7] Unter “Institut” versteht man eine rechtlich-öffentliche oder private Körperschaft, die auf der Grundlage von organisatorischen Bedürfnissen und bestimmten Zielen errichtet wird: kirchliche Institute (religiöse, missionarische), Erziehungsinstitute, Krankenhäuser usw., Institut nach präzisen Gesetzen und Normen für festgesetzte Zwecke öffentlichen Interesses. “Kongregation” (congregare, wörtlich, vereinigen, “zu einer Herde vereinigen”), ist im katholisch-kirchlichen Bereich eine Gruppe von Personen, die sich aus religiösen oder weltlichen Motiven zusammentun. In der Ordensgeschichte hat der Begriff verschiedene Bedeutungen gehabt; eine davon bezieht sich nach dem neunzehnten Jahrhundert auf „Institut“ des gottgeweihten Lebens mit einfachen Gelübden; es handelt sich aber um keinen eindeutigen Begriff.

[8] D. Comboni, Regole dell’Istituto delle Missioni per la Nigrizia. Text von 1871, ibei P. Chiocchetta, Daniele Comboni: Carte per l’Evangelizzazione dell’Africa, EMI, Bologna 1978, SS. 250-251.

[9] Regole (1872), Kap. I, 1, ibidem, S. 276.

[10] Regole (1871), Kap. I, ibidem, S. 252.

[11] Vgl. D. Comboni, Regole (1871), Kap. I-II, bei P. Chiocchetta, Daniele Comboni: Carte per l’evangelizzazione dell’Africa, SS. 249-275.

[12] Regole (1872), Text bei P. Chiocchetta, Carte per l’evangelizzazione dell’Africa…, o.c.,S. 276, und bei A. Gilli, L’Istituto Missionario Comboniano dalla fondazione alla morte di Daniele Comboni, SS. 359-378.

[13] Sie entstanden, wie bereits gesagt, nachdem mit der französischen Revolution fast das ganze organisierte Ordensleben verschwunden war.

Gott will bei DEM zu Gast sein? – Treffen der CLM in Nürnberg

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Beim Treffen der Comboni-Laien–Missionare ging es neben dem persönlichen Austausch vor allem um zwei Dinge: Welche Arbeitsschwerpunkte setzt sich die Gruppe im kommenden Jahr und was kann das Sonntagsevangelium vom Zöllner Zachäus uns heute unter einem missionarischen Blickwinkel sagen? Ausgangspunkt für die Schwerpunktsuche waren die Beschlüsse der Europäischen Versammlung der CLM vom August dieses Jahres in Vizeu, an der 4 CLM sowie Bruder Friedbert teilgenommen hatten. Quintessenz: 2017 will sich die Gruppe am Symposium „Missionsland Europa“ der Comboni-Missionare aktiv beteiligen und die Zusammenarbeit mit den MAZlern verstärken. Auch die Kommunikation untereinander wird intensiviert werden. Die Ergebnisse der Bibelarbeit brachten die CLM in den Sonntagsgottesdienst der Gemeinde St. Kunigund ein. Neben Arbeit, Gebet und Austausch wurde auch viel gelacht und ein peruanisches Getränk probiert.

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